Asylnetz Zollernalbkreis

Zahlreiche Handwerksbetriebe integrieren Migranten

15. Februar 2018

Ob mit Migrationshintergrund oder ohne: Im Handwerk kommt es nicht darauf an, wo man herkommt, sondern wo man hinwill. Foto: Handwerkskammer

Integration ganz praktisch: 110 Flüchtlinge haben im Jahr 2017 ihre Ausbildung in einem der Handwerksbetriebe im Bezirk der Handwerkskammer Reutlingen begonnen, zu dem auch der Zollernalbkreis gehört. Laut einer Mitteilung der Kammer befinden sich damit nun 699 junge Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in einer handwerklichen Ausbildung. Nicht mitgezählt sind dabei die zahlreichen jungen Männer und Frauen mit Migrationshintergrund, die längst deutsche Staatsbürger sind. Insgesamt werden zurzeit 4890 Jugendliche im Handwerk der Region ausgebildet. Die meisten Auszubildenden mit Wurzeln außerhalb Deutschlands kommen aus der Türkei (140 Auszubildende), gefolgt von Italien (79), Kosovo (44), Griechenland (31) und Kroatien (31). Ebenfalls stark vertreten sind Auszubildende mit einer Staatsbürgerschaft aus Bosnien (21), Rumänien (19), Spanien (19), Portugal (18), Serbien (15) und Polen (12). Darin enthalten sind außerdem 110 Flüchtlinge, die im Jahr 2017 ihre Ausbildung im Handwerk begonnen haben. Das sind immerhin 5,4 Prozent der 2037 Neuabschlüsse im vergangenen Jahr. Diese Personen, die im Jahr 2017 ihre Lehre begonnen haben, kommen aus den folgenden Ländern: 16 Auszubildende aus Afghanistan, elf aus Eritrea, 32 aus Gambia, sieben aus dem Irak, zwei aus dem Iran, vier aus Nigeria und 38 Auszubildende aus Syrien. Insgesamt werden zurzeit 155 Flüchtlinge im Kammerbezirk ausgebildet. In Baden-Württemberg hat man sich darauf verständigt, nur die oben genannten vorrangigen Herkunftsländer als „flüchtlingsrelevant“ auszuweisen. Nicht aufgeführt sind in dieser Liste also Länder, aus denen Menschen ebenfalls möglicherweise wegen Krieg oder Verfolgung geflüchtet sein können. Bei den Auszubildenden sind daher unter anderem auch Menschen aus Ägypten, Benin, Burkina Faso, Volksrepublik China, Elfenbeinküste, Guinea, Kamerun, Libanon, Mali, Marokko, Nepal, Pakistan, Somalia, Togo, Ukraine, Vietnam sowie auch Staatenlose zu finden.

(Von Schwarzwälder Bote 25.01.2018)